Im Tutorial von gestern, Nischen finden mit Google Shopping, wurde mir per Kommentar die Frage gestellt:
Die zugrundeliegende Fragestellung in diesem Beitrag ist also:
“Welche abhängigen Variablen gibt es, um das jeweilige Keyword (Nische) als lohnenswert zu beurteilen?”
Davon ausgehend, habe ich ein paar wesentliche Faktoren zusammengestellt:
- Suchanfragen
- Wettbewerb
- Mitbewerber
- Persönliche Motivation
- Content
- Partnerprogramme
Im Folgenden sollen die hier gelisteten Begriffe näher untersucht werden. Damit das ganze auch praktisch umgesetzt werden kann (könnte), wähle ich das vorgeschlagene Keyword “Armreif”.
Suchanfragen und Wettbewerb
Meistens geht mein erster Blick in das Keyword Tool von Google. Wer einen Google-Account hat kann auch über google.de/adwords -> Berichterstellung und Tools -> Keyword Tool darauf zugreifen, dann entfällt das Captcha und man hat mehr Optionen zur Verfügung. Ich tippe also “Armreif” ein und los geht die Suche. Es werden 60.500 monatliche Suchanfragen ausgegeben. Aber, die Keyword-Optionen standen auf “weitgehend” und nicht auf “exakt”. Also dort den Haken rein, und nochmal suchen: 12.100 Suchanfragen. Wäre für mich erstmal ein guter Wert, alles >1000 ist ok. Beachtet: Eine richtige Nische hat auch mal weniger Anfragen! (Armreif ansich ist jetzt keine Nische)
Im zweiten Schritt werfe ich einen Blick auf den Wettbewerb. Der wird mit “sehr starker Wettbewerb” angegeben, das gefällt mir nicht. Eigentlich ist der sogar ziemlich heftig, da der Balken fast voll ist. Hier ist jetzt eigentlich schon das K.O. für “Armreif” gefallen. Persönlich sind für mich nur Keywords interessant, deren Wettbewerbsbalken bis maximal über die Hälfte geht.
Manchmal gibt Google aber auch gute Vorschläge raus, deshalb sortiere ich mir die Keyword-Ideen nach aufsteigendem Wettbewerb. Hier ist leider keine Idee dabei die wenig Wettbewerb und einigermaßen hohe Suchanfragen hat.
Mitbewerber
Angenommen “Armreif” wäre gut geeignet gewesen oder man hätte ein vorgeschlagenes Keyword entdeckt, gehe ich zur Google Websuche und gebe dort genau jenes ein. Es empfiehlt sich vorher aus seinem Google Account auszuloggen, oder bspw. einen anderen Browser zu verwenden. Ich sichte in den Ergebnissen die Seite 1 und 2 durch (Top 20). Ich kategorisieren die Seiten und bewerte ihre Qualität. Wikipedia hat man meistens, ist aber kein Problem. Ebenso Preisvergleichsseiten; mit anständigem Content kommt man darüber. Vielmehr interessieren mich, ob es unter den Ergebnissen schon Affiliate-Seiten gibt. Falls ja, werfe ich einen fixen Blick auf ein paar SEO-Faktoren:
- Backlinks
- Seitengröße
- Contentqualität
Bei den Backlinks ist v.a. spannend: woher diese kommen, mit was dort verlinkt wird und aus welcher Mischung sich diese zusammensetzen. Die Seitengröße brauche ich um einen etwaigen Anhaltspunkt zu haben wie viel Aufwand in der Website steckt und/oder welcher zusätzliche Content da angeboten wird. Zusätzlicher Content kann bspw. zusätzliche Nischen offenbaren
Die Contentqualität soll mir beantworten wie nützlich der dort angebotene Content für mich als Nutzer ist. D.h. es sollte alles vorbildlich Onpage optimiert sein.
Wenn es also machbar ist, besser als etwaige Mitbewerber / Affiliates zu sein, weil deren Websiten alles andere als durchdacht sind, kann das ein guter Ansporn sein.
Zum Schluss überprüfe ich dann über einen Domain-Check, ob eine mögliche Keyworddomain noch frei ist. Ich registriere übrigends nicht über United-Domains (zu teuer), sondern über INWX. Wenn möglich immer die .de, meistens allerdings schon vergeben. Danach ist meine Priorität: .info -> .eu -> .net -> .com
Persönliche Motivation
Hier gibt es eigentlich nur zu sagen: Wenn mich das Thema nicht interessiert, es mir zu abstrakt oder schwer ist, dann baue ich auch darüber keine Website.
Content
Wenn ich meine Nische habe, möchte ich dazu auch guten Content anbieten! Ist man absolut einfallslos was es da eben themenverwandtes gibt, lohnt sich das Long Tail Keyword-Tool von Seokai (Phrasenlänge: 5, kein Quick Scan). Ergebnisse als .CSV exportieren, nur die gefundenen Begriffe auswählen, kopieren und ins Google Keyword Tool einfügen, dort auf “exakt” stellen und suchen. Lohnenswerte Keywords notieren! So erhält man schnell einen Überblick, wie “tief” das Thema gehen darf und wie aufwändig es ist, den Content zu erstellen oder erstellen zu lassen.
Partnerprogramme
Gibt es zur Nische Partnerprogramme? Google kennt die Antwort: “Keyword + Partnerprogramm”.
Zurück zum “Armreif”; ich liebe das Amazon-Partnerprogramm! Vorallem aber auch die Möglichkeit sich ganz einfach einen Shop dort zu konfigurieren. Da kann man dann auch die zu erwartende Marge (5% vom Verkaufspreis) grob überschlagen. Manche Armreifen gehen ja schon für gar-nicht-mal-so-billig weg
Gerade die aus/mit Silber sind um die 70€+
Wer meinen Gastbeitrag bei eisy gelesen hat, dort habe ich ein mathematisches Rechenbeispiel vorgemacht. Einfach mal durchlesen. So ist dann auch klar, ob sich das Keyword mit den Suchanfragen, der zu erwartenden Marge, usw. lohnt! Für den Anfang einfach eine Nummer kleiner denken: Wenn die Nischen-Website im Monat nur 10€ abwirft (allein nur von Adsense) hat sich wenigstens schon das Hosting bezahlt gemacht. Und jetzt, skaliert das mal hoch auf 5 Nischen-Websites
Ende?
Zum Abschluss dieses Beitrages, möchte ich noch einen weiteren Faktor nennen: Intuition. Wenn euer Bauchgefühl sagt, mach das, dann macht es einfach. Ausprobieren und lernen ist die Devise. Und vielleicht auch die abgedroschene Aussage: “Ohne Fleiß keinen Preis”. Über Nacht zum Moneyboy des Internets ist nicht. Es ist extrem viel Zeit, die man für die Recherche und den Content einplanen muss, v.a. aber auch bis die Website gerankt wird (SEO nicht vergessen).
Noch ein Geheimtipp: Manchmal wird über Peew.de eine Expired Domain angezeigt, aus der sich eine prima Nische ableiten lässt. Nicht den Fehler machen auf den Pagerank zu schauen – völlig egal!! Viel relevanter ist das Alter der Domain und ob noch alte Backlinks dazu existieren.



3 Kommentare
Hallo Bastian,
vielen Dank für den weiterführenden Beitrag! Da mache ich es also doch nicht so falsch! Mein “Problem scheinen dann ja wirklich “nur” die Besucher zu sein.
Vielleicht kannst du ja in deinem nächsten Beitrag zum Thema “Traffic” für solche Webseites eingehen.
Der Gunnar
Dem Wunsch von Gunnar möchte ich mich anschließen! Ich hab mein Projekt zwar erst vor kurzem neu gemacht, könnte aber dennoch Tipps gebrauchen.
Hallo,
die genannten 6 Faktoren decken meiner Meinung nach tatsächlich das Wesentliche ab, wobei ich Punkt 4. keinesfalls unterschätzen würde. Das mag jetzt subjektiv sein, aber egal wie optimal sich die fünf übrigen Faktoren darstellen – wenn mir das Thema/Produkt persönlich absolut nicht zusagt bzw. ich keine Ahnung und Interesse daran habe, dann würde ich mich äußerst schwer damit tun, ein entsprechendes Projekt aufzuziehen.